Sonja Tajsich

3x Ironman Champion

Monthly Archive: October 2013

Saturday

19

October 2013

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Schweres Ende einer schweren Saison

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sonja_schwimmausstieg_Kona13

Schön ist es, wieder zu Hause zu sein. Auch wenn ich mir die Zeit nach den Weltmeisterschaften innerlich ein wenig anders vorgestellt hätte. Zufriedener, vollständiger. Und natürlich muskulär müder. Nun, ich arbeite – wieder einmal mehr – hart daran, diese Situation zu akzeptieren. Die vielen Emails und guten Zusprüche haben mir sehr dabei geholfen.

Was ist passiert? In der Zeit meines Trainings in Boulder habe ich sehr gut trainiert und war, was die Problematik in der Hüfte angeht, komplett schmerzfrei. Egal wie hart ich auf dem Rad gefahren bin, egal wie lange ich auf dem Rad gefahren bin, ich hatte keine Schmerzen mehr im Gesäß, keinen irritierten Nerv, nichts. Nur die Füße waren nicht zu 100% schmerzfrei, aber Tendenz sinkend trotz der erhöhten Laufumfänge. Sogar 90 Kilometer konnte ich in einer der Wochen wieder absolvieren bei kontrolliertem Schmerz. Ich war bester Dinge und hoch motiviert.

Das Schwimmen verlief für meine Verhältnisse ordentlich. Auf Hawaii ist meine größte Schwierigkeit eine Gruppe zu erwischen und das ist mir dieses  Jahr gelungen. Der Abstand zur Spitze war der Beste den ich je hatte und so ging ich voller Elan die zweite Disziplin an.

Was dann folgte war katastrophal: Dejavu zu Roth. Schon gleich zu Beginn keine wirkliche Power und viel zu früh im Rennverlauf bereits die Schmerzen im Gesäß. Diesmal wollte ich es ohne Zweifel zu Ende bringen. Auf jeden Fall finishen. Also gab ich alles, drückte über den Schmerz weiter so hart als möglich und versuchte gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Nach 60 Kilometern ging der Schmerz bis in den großen Zeh und das Bein wollte nicht mehr arbeiten. Die Wattwerte fielen von 220 Watt auf 170 Watt. Jedes Mal wenn ich den Wattmesser prüfte hätte ich laut losheulen können. Ich war so frustriert und deprimiert. Die Wattwerte sanken weiter. Ich wusste, dass Tom bei 125 Kilometern am Straßenrand stand. Diese weiteren 65 Kilometer waren die Schlimmsten meines bisherigen Triathlonlebens. Die Schmerzhaftesten und die Enttäuschendsten. Und die Längsten. Weil trotz unglaublich guter Bedingungen an dem Tag war ich extrem langsam unterwegs. Die letzten Kilometer zählte ich rückwärts. Wann war ich nur endlich bei Tom und erlöst?

Betröppelt zog ich vom Schaufeld. Danke an Tom, der die aufmunterndsten Worte fand, die es gibt auf der Welt. Ich habe versucht tapfer zu sein. Ich wusste es würde einige Zeit dauern bis ich das überwunden habe. Ich fühlte mich so sehr in einer Sackgasse: Was nun? Seit Februar dieses Problem, das kommt und geht und vorrangig die Rennen unmöglich macht.

Am letzten Tag vor meiner Abreise habe ich mit dem Erdinger Arzt und Triathleten Uli Nieper gesprochen. Sein erster Befund noch vor Ort auf Hawaii des lautete: Es deutet alles auf eine Problematik im ISG hin. Das ISG ist bekannt dafür dass die Schmerzen d

kommen und gehen. Des Weiteren ist anzunehmen, dass es mit der Stunde Schwimmen vor dem Rad fahren zusammen hängt. Die verstärkte Lordose durch das „Nach-Vorne-Schauen“ im offenen Gewässer verändert irgend etwas im Gelenk, das die Schmerzen verursacht. Ich bin froh, dass es einen neuen Ansatz gibt. Jetzt werde ich alles daran geben, noch in diesem Jahr schmerz- und problemfrei zu werden um dann hoffentlich in der nächsten Saison wieder voll angreifen zu können.

Thursday

3

October 2013

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Letzte Vorbereitungen – Hawaii 2013

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seitstützFast unglaublich, dass das ganze Jahr schon wieder um ist. Ich weiß noch genau, wie wir nach meinem vierten Platz vergangenes Jahr überlegt haben, was ich noch verbessern könnte um die letzten paar Minuten nach ganz oben wett zu machen. Höhentraining in Boulder war eine der Maßnahmen. Verletzungen schienen weit entfernt.

Manche Dinge kommen anders als man denkt, andere Dinge geschehen genau nach Plan. Ungeplant war meine Hüftverletzung und die Plantarsehnenentzündung, die ich mir im Februar zugezogen habe und die mich leider fast die ganze Saison 2013 geplagt haben. Nur mit konsequenten Rumpfstabilisationsübungen und der richtigen physiotherapeutischen Betreuung habe ich diese rechtzeitig für Kona in den Griff bekommen. Wie geplant habe ich aber zwei 6-Wochen Blöcke in der Höhe genossen, eine Zeit die ich nie missen möchte. Tolles Training, tolle Leute, tolle Umgebung, tolle Stunden mit der Familie. Doch auch diese Zeit geht vorbei, es geht weiter. Weiter zum großen Event auf Hawaii 2013.

Seit gut 10 Tagen sind wir jetzt hier auf Kona. Wir hatten beschlossen, die sichere 3-Wochen-Variante zu wählen und entsprechend vorher aus der Höhe zu gehen und auf Sea Level zu trainieren. Da die ersten Tage der Umgewöhnung und Neuanpassung relaxed angegangen werden sollten, haben wir nochmals einen 10-Tage Intensivblock für diese Woche in Betracht gezogen und tapern nur 1 Woche.

Ein trainierter und stabiler Rumpf ist Grundlage für gute Leistungen und einen verletzungsfreien Saisonverlauf. Daher sollten Rumpfstabilisationsübungen bei jedem Läufer und Triathleten ein fester Bestandteil des Trainings sein.

Das ganze Jahr über arbeite ich 3-5 Mal pro Woche, manchmal auch täglich, an der Statik. Besonders seit meiner Hüftverletzung sind diese speziellen Übungen unabdingbar und ich bin überzeugt davon, dass sie für die Heilung mitverantwortlich sind.

Daher würde ich Euch auch gerne an den Übungen teilhaben lassen und hoffe Euch mit den Videos zusätzliche Motivation zu geben.

Hier geht es zu den Videos…

 

Viel Spaß beim Nachmachen wünscht Euch Eure

Sonja