Sonja Tajsich

3x Ironman Champion

Monthly Archive: March 2015

Monday

30

March 2015

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Ironman Südafrika

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unbenannt-367Südafrika ist immer eine Reise wert: Herrliche Landschaften, tolles Essen und sehr nette Leute. Besonders gefreut hat mich, dass meine südafrikanische Freundin Lesyl extra von Kapstadt nach Port Elizabeth gekommen ist, um mich anzufeuern.

Auch das Wetter zeigte sich am Renntag von seiner besten Seite – strahlend blauer Himmel und um die 26 Grad, so wie ich es liebe! Selbst die in den Tagen zuvor in Strandnähe umher schwimmenden Haie waren dann nicht mehr unterwegs und hatten wohl keine Lust auf ca. 2.000 Triathleten.

Die als sehr fordernd bekannte Brandung konnte ich gut meistern, dafür stellte mich die Strömung und der Wellengang vor eine Herausforderung die sich dann kontraproduktiv auf mein eigentlich gut verbessertes Schwimmen auswirkte: Auf den ersten hundert Metern befand ich mich in einer Gruppe mit meiner Teamkameradin Lucie Gossage. Diese Gruppe wurde dann durch eine größere Welle geteilt und irgendwie verlor ich den Anschluss zu Lucie. Wir waren nur noch zu dritt, die Wellen hoch und auf 1600m nur 3 Bojen. Irgendwie kamen wir in einem seltsamen Winkel an der Wendeboje (nach einer gefühlten Ewigkeit) an. Ich glaube, wir sind etwas mehr als nötig geschwommen… Ich hab lange überlegt, warum ich meine verbesserte Schwimmleistung so gar nicht habe abrufen können. Es gibt keine Ausrede, die schweren Bedingungen hatten alle anderen auch. Ich komme wohl weniger gut mit Wellen und Strömung zurecht. 4 Minuten habe ich auf die Gruppe verloren, die anfangs die meine war – schade…

Nachdem ich nach meiner 4-monatigen Pause erst Mitte Januar wieder ins Training eingestiegen bin und wir nicht sicher waren ob mir diese 10 Wochen schon wieder die nötige Wettkampfausdauer gebracht hatten, ging ich die erste Radrunde etwas verhaltener an. Dennoch holte ich bereits auf den ersten 40 Kilometern 10 Konkurrentinnen ein – und ich fühlte mich gut. Eine herrliche Radstrecke mit vielen Landschaftshighlights. Ich war ziemlich verwirrt, als mir Tom nach der ersten Radrunde zu rief, mein Abstand würde größer. Meine Wattwerte waren eigentlich gut. Ich beschloss einfach weiter zu kämpfen und verlor dann mit diesem konstanten Tempo nichts mehr auf der zweiten Radrunde. Nach 180 km hatte sich der Rückstand eher verkleinert anstatt weiter zu wachsen.

Mit diesen Infos startete ich mit 4:15 min/km in den Marathon. Ich fühlte mich prima – genau 15 Kilometer lang. Dann sah ich auf meiner Uhr eine 4:30 und ziemlich bald eine 5:00. Wodurch dieser Einbruch hervorgerufen wurde ist mir noch nicht ganz klar. Es kann energetische Hintergründe haben oder einfach aufgrund des zu kurzem Trainingszeitraumes sein. Von meinem Trainer Wolfram Bott hatte ich klare Instruktionen nicht gleich im ersten Rennen des Jahres den Holzhammer auszupacken und vielleicht erneut eine Verletzung zu riskieren. Ich entschloss mich bei einem soliden Tempo zwischen 4:50 und 5:00 einzupendeln und die Atmosphäre auf der Laufstrecke zu genießen.

unbenannt-215Klar wäre ein Platz etwas weiter vorne schön gewesen, aber da sich der Profiteil meiner Karriere langsam dem Ende zuneigt kann ich Rennen auch sehr gut einfach nur genießen. Ich fand es wirklich beeindruckend wie die Leute hier Zelte, Grills, Getränke und alles was gute Stimmung macht an die Rennstrecke schleppen und das ganze Event zu einem Fest machen. Es ist eine den ganzen Tag andauernde Party und wir Athleten werden ohne Ende angefeuert, egal welche Nationalität wir haben und egal wie schnell oder langsam wir sind.

Die Zuschauer sind grandios hier und ich freue mich schon jetzt darauf, dass uns eine vergleichbare Atmosphäre auch 2016 in meiner Heimatstadt Regensburg erwartet!