Sonja Tajsich

3x Ironman Champion

Tuesday

20

May 2014

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Mein Comeback…

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Lanzarote_2014_Ziel… war im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig holprig. Nicht nur der Straßenbelag oder die Topografie, die ja auf Lanzarote alles abverlangt, auch mein Tag war genau so einer, den man sich nicht wünscht. Aber solche Tage gibt es und daher möchte ich nicht jammern, sondern mich freuen, dass ich mein oberstes Ziel, die Finishline zu überqueren, endlich wieder geschafft habe.

Es ist schon manchmal kurios, was einem alles in die Quere kommen kann an so einem langen Tag. Und dabei hat man vorher so ganz andere Vorstellungen. Und die Story schien auch so rund: 2004 das erste Mal am Start beim Ironman Lanzarote, damals als der absolute Rookie. Ich wurde dritte gesamt in einer Zeit von 10:17 Std. Es war klar, dass ich diese Zeit unterbieten würde. In allen Disziplinen hatte ich mich stark verbessert. Die Frage war nur: Wie viel schneller würde ich dann 10 Jahre später ins Ziel kommen?

Die Bedingungen waren nicht leicht am Renntag, aber eigentlich genau so wie ich sie mir gewünscht hatte: ziemlich windig. Ich dachte je schwerer auf dem Rad desto besser für mich.

Ich war nervöser als mir lieb war und konnte die Nacht zuvor kaum schlafen.  Am Morgen lief alles noch nach Plan. Schwimmen war für mich gut. Ich fand es prima mal nicht alleine schwimmen zu müssen und hab das „Haifischbecken“ (zeitweise fast beängstigend) gerne in Kauf genommen. Meine Zielzeit: unter einer Stunde, meine tatsächliche Zeit: 59 Min hoch. Also auf Kurs.

Lanzarote_2014_RadAuf dem Rad lief es anfangs noch gut. Irgendwann wurde es zäh und ganz irgendwann hab ich dann auch realisiert, dass ich mich die ganze Zeit mit einem Schleicher abmühe. Das Wechseln hat etwas länger gedauert als ich dachte dass ich es könne und mein hinteres Laufrad schleif-frei wieder einzuspannen ein etwas langwierigeres Unterfangen. Kurzum: ich hab für alles gefühlt ewig gebraucht und bin mit einem entsprechenden Abstand nach vorne ziemlich frustriert in die zweite Wechselzone gefahren.

Nichtsdestotrotz: Der Marathon kommt ja noch und wer weiß was da alles passiert. Beim ersten Schritt schon wusste ich, dass ich das Knieproblem, welches ausgerechnet am Montag vor dem Event plötzlich auftrat (gefühlt ein blockiertes Fibulaköpfchen, aber der Physio konnte es nicht deblockieren – wenn es die Ursache überhaupt ist??) mir den Marathon schwer machen würde. Ich fand dann ein Tempo, mit dem ich glaubte den Marathon durchlaufen zu können. Nicht so schnell wie ich üblich laufe, aber zumindest „safe“.

Ich war so froh, als ich es geschafft hatte! Und jetzt bin ich wieder zurück in Deutschland, werde gleich morgen meinen hiesigen Physiotherapeuten aufsuchen und versuchen rauszufinden, was die Ursache für meine Knieschmerzen sind. Und dann hoffe ich, dass ich schnell wieder mit dem Training durchstarten kann. Um neuen Mutes dann in Frankfurt an der Startlinie zu stehen. Diesmal dann hoffentlich ohne Pannenteufel!

Aber als Fazit muss ich unbedingt noch erwähnen, dass das aller Positivste ist: Sowohl mein Rücken, als auch meine Füße haben die gesamte Distanz schmerzfrei überstanden.